Nachhaltigkeit und Slow Food



Heutzutage ist Nachhaltigkeit ein äußerest wichtiges Thema: ein Wort, das wir fast jeden Tag hören. Aber können wir unseren Beitrag dazu leisten, und zwar auf täglicher Ebene? Können wir dazu beitragen, dass die Welt ein besserer Ort wird? Das wollen wir herausfinden.


Man schätzt, dass der Mensch seit 1950 etwa drei Viertel der Agrobiodiversität zerstört hat, die die Landwirte in den vorangegangenen 10 000 Jahren ausgewählt hatten. Tatsächlich verschwinden jedes Jahr 27.000 Pflanzen- und Tierarten — das sind drei Arten pro Stunde! Nach der FAO (Food and Agricolture Organisation) könnte der Zusammenbruch des weltweiten Nahrungsmittelproduktionssystems unaufhaltsam sein, wenn wir die Situation innerhalb der nächsten zehn Jahre nicht umkehren.


Die Lebensmittelproduktion ist eine der Ursachen der Klimaveränderung: Ein Fünftel der gesamten Treibhausgasemissionen wird durch die Lebensmittelproduktion, den Transport von Lebensmitteln und all das, was unser industrielles Lebensmittelsystem mit sich bringt, verursacht. Darüber hinaus sind die Lebensmittel gleichzeitig auch Opfer des Klimawandels, da sie unter dessen Folgen leiden (Dürren, Verschmutzung der Meere, Überschwemmungen usw.).


So weit, so viele beunruhigende Angaben. Es gibt aber einen zentralen Punkt, den wir unbedingt beachten müssen: Die Gesundheit des Menschen und die der Umwelt sind eng miteinander verbunden. Es genügt zu sagen, dass der Produktionsprozess einer nicht nachhaltigen Ernährung fast dreimal so viele Treibhausgase erzeugt wie eine gesunde, umweltfreundliche Ernährung. Und genau hier kommt Slow Food ins Spiel.


Slow Food steht vom Konzept dem schnellen, industriellen Konsum von Fertiggerichten diametral entgegen. Es fördert eine gastronomische Kultur, die neben allen rein lebensmittelbezogenen Aspekten auch den sozialen Aspekt dieser Angelegenheit berücksichtigt — etwas, was die Großindustrie in der Regel nicht tut. Slow Food setzt sich dafür ein, «den Lebensmitteln den richtigen Wert zurückzugeben, mit Respekt für diejenigen, die sie produzieren, in Harmonie mit der Umwelt und den Ökosystemen, dank des Wissens und der Traditionen der lokalen Gebiete». (Quelle: Slow Food Italien).



Gegenwärtig ist Slow Food ein weltweites Netzwerk lokaler Gemeinschaften, das 1989 gegründet wurde, um dem Verschwinden lokaler Esskulturen und der Verbreitung der Fast-Food-Kultur entgegenzuwirken. Ziel dieser Bewegung ist es, so vielen Menschen wie möglich Zugang zu besseren, saubereren und gerechteren Lebensmitteln zu verschaffen. Auf diese Weise wird auch unsere Gemeinschaft, die reich an Traditionen und Wissen ist, und unser Gebiet, das gute, gesunde und unverfälschte Produkte anbieten kann, aufgewertet.


Seit 2020 hat unser Hotel die Entscheidung getroffen, dieser Bewegung anzuschließen, die in unserem Gebiet unter dem Namen Slow Food Gemeinschaft für die landwirtschaftliche Entwicklung der Altipiani Cimbri auftritt. Wir kümmern uns um unser Gebiet, unsere Gemeinschaft und unsere Gäste. Deshalb setzen wir uns täglich und mit Leidenschaft für diese Philosophie ein und versuchen, unseren Gästen schmackhafte, saisonale Lebensmittel zu servieren, die die Umwelt und die Arbeit der Erzeuger respektieren — und das alles zu fairen Preisen für Käufer und Verkäufer. Die Protagonisten von Slow Food Alpe Cimbra, dem Zentrum der Gemeinschaft, sind kleine Erzeuger, die die Natur und ihre Rhythmen respektieren und die Qualität ihrer Produkte garantieren, indem sie uns persönlich darüber erzählen.


Es ist wichtig zu wissen, woher die Lebensmittel auf unserem Teller stammen, denn schließlich sind wir die Nahrung, die wir zu uns nehmen (wie Feuerbach sagte, der Mensch ist, was er isst): Das Essen ist ein integraler Bestandteil von uns selbst, es definiert unsere Kultur und damit auch uns als Menschen, sowohl in biologischer als auch in kultureller Hinsicht. Denken Sie nur daran, wie sehr das Essen, hier in Italien, uns zu Italienern macht: Es ist vielleicht das, was uns am meisten auszeichnet und uns zu den Menschen macht, die wir sind — wir sind das Essen und das Essen ist wir, es ist Teil unserer Kultur, aber auch Teil von uns selbst.



Hier können wir also unseren Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten: durch Ernährungserziehung, d. h. indem wir uns des Systems bewusst werden, das die Produktion der Lebensmittel regelt, die wir täglich essen. Das wird nicht nur uns, sondern auch unserer Welt gut tun, und so werden wir auch den Ort, an dem wir leben, unterstützen, indem wir die biologische Vielfalt und eine faire und nachhaltige Landwirtschaft fördern.


Seien Sie die Veränderung, die Sie in der Welt sehen wollen.


Ein neuer Artikel über lokale Produkte aus den Zimbrischen Alpen wird in Kürze veröffentlicht.

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